Stornobedingungen & No-Shows
Was Gäste bei Stornierung und Nichtanreise zahlen müssen, wie faire Stornobedingungen aussehen – und wie du No-Shows seltener machst.
Ein Gast sagt zwei Tage vorher ab oder kommt einfach nicht: Für kleine Häuser ist jede leere Nacht spürbar. Viele Gastgeber sind unsicher, was sie verlangen dürfen. Dieser Ratgeber erklärt die Rechtslage in Deutschland, zeigt bewährte Stornobedingungen und gibt Tipps, wie du Ausfälle von vornherein vermeidest.
Die Grundregel: Gebucht ist gebucht
Mit der Buchungsbestätigung kommt ein Beherbergungsvertrag zustande – und der ist für beide Seiten verbindlich. Ein gesetzliches Recht, kostenlos zu stornieren, hat der Gast nicht. Auch ein Widerrufsrecht wie beim Online-Shopping gibt es für Übernachtungen zu einem festen Termin nicht (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB) – egal, ob online, per E-Mail oder telefonisch gebucht wurde.
Sagt der Gast ab oder reist nicht an, schuldet er grundsätzlich den vereinbarten Preis. Davon abziehen musst du aber:
- ersparte Aufwendungen – also was du durch den leeren Raum nicht ausgibst (Frühstück, Reinigung, Wäsche, Energie);
- Einnahmen aus einer Weitervermietung – kannst du das Zimmer anderweitig vergeben, musst du dir das anrechnen lassen. Du solltest dich dafür auch ernsthaft bemühen.
Übliche Pauschalen für ersparte Aufwendungen
Damit niemand jede Serviette nachrechnen muss, haben sich in der Rechtsprechung Pauschalen durchgesetzt. Der Gast zahlt in der Regel:
- 90 % des Preises bei reiner Übernachtung (auch Ferienwohnung)
- 80 % bei Übernachtung mit Frühstück
- 70 % bei Halbpension
- 60 % bei Vollpension
Diese Werte gelten auch dann, wenn du gar keine eigenen Stornobedingungen hast. Weist der Gast nach, dass du mehr gespart hast, muss er weniger zahlen.
Eigene Stornobedingungen: was erlaubt ist
Die meisten Gastgeber legen eigene, gestaffelte Stornobedingungen fest – oft großzügiger als das Gesetz, um bei der Buchung attraktiver zu sein. Damit sie wirksam sind, gilt:
- Vor der Buchung mitteilen: Der Gast muss die Bedingungen kennen, bevor er bucht – etwa auf der Website, im Angebot oder in der Bestätigung. Nachträglich eingeführte Bedingungen gelten nicht.
- Angemessene Höhe: Pauschalen dürfen den üblicherweise entstehenden Schaden nicht übersteigen. Mehr als die Prozentsätze oben ist kaum zu rechtfertigen.
- Gegenbeweis zulassen: Der Gast muss nachweisen dürfen, dass dir ein geringerer oder gar kein Schaden entstanden ist (§ 309 Nr. 5 BGB). Ein Satz wie „Dem Gast bleibt der Nachweis eines geringeren Schadens vorbehalten“ gehört deshalb dazu.
- Klar und eindeutig formulieren: Fristen in Tagen vor Anreise, Prozentsatz vom Gesamtpreis, wie storniert wird (schriftlich, per E-Mail).
Muster: gestaffelte Stornobedingungen
Stornobedingungen
Eine Stornierung ist kostenlos bis 30 Tage vor Anreise.
Bei Stornierung 29 bis 14 Tage vor Anreise berechnen wir 30 % des Gesamtpreises,
13 bis 3 Tage vor Anreise 60 %,
ab 2 Tagen vor Anreise und bei Nichtanreise 80 %.
Stornierungen bitte per E-Mail. Gelingt uns eine Weitervermietung, berechnen wir nur den Ausfall. Dem Gast bleibt der Nachweis eines geringeren Schadens vorbehalten. Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung.
Die Fristen und Prozente sind nur ein Beispiel – passe sie an deine Saison und Auslastung an. In der Hochsaison sind strengere Fristen üblich, in der Nebensaison eher großzügige.
No-Shows: wenn der Gast einfach nicht kommt
Ein No-Show ist ein Gast mit bestätigter Buchung, der ohne Absage nicht anreist. Rechtlich wird er behandelt wie eine Stornierung am Anreisetag: Es gelten deine Stornobedingungen bzw. die Pauschalen oben.
- Erst versuchen, den Gast zu erreichen: Vielleicht steckt er im Stau. Halte fest, wann du angerufen oder geschrieben hast.
- Reservierungszeitraum festlegen: Ein Satz wie „Ohne Nachricht halten wir das Zimmer bis 18 Uhr frei“ in der Bestätigung schafft Klarheit, wann du neu vergeben darfst.
- Bei Portalbuchungen den No-Show melden: Booking.com & Co. bieten dafür eine Funktion im Partnerbereich – meist nur innerhalb weniger Tage nach dem Anreisedatum. So zahlst du keine Provision auf eine Buchung, die nicht stattgefunden hat.
- Den Ausfall in Rechnung stellen: Schicke dem Gast eine Rechnung über die Stornogebühr. Ob dabei Umsatzsteuer anfällt, hängt vom Einzelfall ab – das klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.
So machst du Ausfälle seltener
- Anzahlung verlangen: Wer schon 20–30 % bezahlt hat, sagt eher rechtzeitig ab – oder kommt.
- Erinnerung vor der Anreise: Eine freundliche E-Mail einige Tage vorher mit Anfahrt und Check-in-Zeit senkt No-Shows spürbar und gibt dem Gast Gelegenheit, rechtzeitig abzusagen.
- Stornobedingungen sichtbar machen: in der Bestätigung, im Angebot und auf der Website. Wer weiß, dass eine späte Absage etwas kostet, meldet sich früher.
- Flexibel umbuchen statt stornieren: Ein neuer Termin ist für beide Seiten oft besser als eine Stornogebühr.
So hilft Stay-Board
- Eigene Stornobedingungen im Gästeportal: Jede Buchung hat eine Seite für den Gast mit Aufenthalt, Anfahrt und deinen Stornobedingungen – verlinkt in der Bestätigungs-E-Mail.
- Anzahlung per QR-Code: Das Gästeportal zeigt auf Wunsch den Anzahlungsbetrag (in % einstellbar) mit QR-Code für die Banking-App.
- Automatische Voranreise-E-Mail: Einige Tage vor Anreise bekommt der Gast eine Erinnerung mit allen Infos.
- Status „Storniert“ und „No-Show“: Ausfälle bleiben im Belegungsplan nachvollziehbar und verfälschen deine Umsatzauswertung nicht.
- Storno auf dem Portal = Storno im Plan: Bei Booking.com oder Airbnb stornierte Buchungen werden beim Abgleich automatisch entfernt.
Häufige Fragen zu Stornobedingungen
Darf ich ohne eigene Stornobedingungen überhaupt etwas verlangen?
Ja. Auch ohne eigene Regeln schuldet der Gast den Preis abzüglich ersparter Aufwendungen – in der Praxis meist die Pauschalen von 60–90 %. Eigene Bedingungen machen es aber für beide Seiten klarer.
Gilt für Ferienwohnungen etwas anderes?
Nein, die Grundsätze sind dieselben. Da du bei einer Ferienwohnung meist wenig sparst, liegt die übliche Pauschale bei 90 %. Endreinigung, die nicht anfällt, darfst du nicht berechnen.
Was gilt bei Buchungen über Booking.com oder Airbnb?
Dort gelten die Stornobedingungen, die du auf der jeweiligen Plattform für das Angebot eingestellt hast. Die Plattform zeigt sie dem Gast bei der Buchung an und wickelt Gebühren teils selbst ab.
Hinweis: Dieser Ratgeber beschreibt die Rechtslage in Deutschland und ersetzt keine Rechtsberatung. In Österreich, der Schweiz und anderen Ländern gelten eigene Regeln.
Mehr zur Gästekommunikation vor der Anreise findest du im Ratgeber Online-Check-in.
Weniger Ausfälle mit dem Gästeportal
Das Gästeportal von Stay-Board zeigt jedem Gast deine Stornobedingungen, die Anzahlung per QR-Code und schickt automatisch eine Erinnerung vor der Anreise.
Mehr zum Gästeportal